Alles in allem (Collagen)

Wenn wir umgangssprachlich „Alles in Allem“ sagen, meinen wir damit „generell“ ·“im Allgemeinen“ · „insgesamt gesehen“ · „summa summarum“ oder Ähnliches. In diesem Themenschwerpunkt nehme ich collagistisch alle wichtigen Motive meiner Arbeit der letzten Jahre auf und füge sie zu einer großen Serie, die inzwischen mehr als 100 Collagen umfasst.

Es schwingen in „Alles in Allem“ noch andere Bedeutungen mit, die bis weit in die Anfänge der westlichen Philosophie (und darüber hinaus) zurückreichen.

So steckt in „Alles in allem“ auch das „Unum“, das Eine, das seit der frühgriechischen Philosophie das Denken bewegt hat. Doch ist das Eine nur mit dem Vielen zusammen zu denken. Diese Einheit des Vielen hat Kunst – wie antagonistisch auch immer – bestimmt

„Eine kulturelle Identität gibt es nicht“ konstatiert Francois Jullien und bringt stattdessen die „kulturellen Resourcen“ ins Spiel – gegenüber den heute im Schwange befindlichen Fantasien von homogenen, geschlossenen Gesellschaften, oft angereichert mit rückwärtsgewandten Phantasmen. Julliens Pointe ist, dass kulturelle Ressourcen kleinteilig und partikular sind. Sie sind allen zugänglich und nutzbar. Ich sehe in Julliens „kulturellen Resourcen“ eine starke Anregung für meine „Alles in allem“-Arbeiten.

 

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