Collagen II

Wenn ich transzendente religiöse oder mythische Bild-Komplexe in meine Collagen einfüge, kann es nicht ausbleiben, dass diese selbst einen Prozess der „Profanierung“ durchmachen, um einen Terminus von Giorgio Agamben zu gebrauchen. Nach Agamben werden die so profanierten Gehalte nicht ganz ihres ehemals transzendenten Gehalts entkleidet. Sie können damit auf Transzendentes verweisen, und vielleicht eine Sinnstiftung jenseits rein profaner und weltlicher Zusammenhänge darstellen. Aber „die Welt ist tief, und tiefer als der Tag gedacht.“ (Nietzsche). Darüber hinaus haben ehemals mythische und religiöse Erzählungen im Laufe der Zeit auch eine dezidiert profane Bedeutung gewonnen, wie etwa „Narziss“, „Erlösung“, „Verklärung“ oder „Versuchung“. Diese polyvalenten Erzählungen versuche ich in eine collagistisch-sinnliche bildnerische Welt zu transponieren.

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