"Am Strand": Zeiten und Welten

 

Am Strand, 1988, Öl auf Leinwand, 95 x 120 cm

 

 

Das Ölbild „Am Strand“ von 1988 zeigt links einen kauernden Akt, daneben den Kopf eines jungen Mannes und rechts einen nackten jungen Mann, als dessen „Vorbild“ ich eine antike griechische Statue nahm. .

Es war in diesem Bild meine Intention, klassische Skulpturen so zu malen, dass sie wie lebendige Akte aussehen. 

Der Strand wirkt in meinem Bild wie eine imaginäre Bühne, auf der sich Figuren aus der modernen Welt und der Klassik begegnen. Vielleicht haben sie sich was zu sagen? Aber vor allem: Sie präsentieren, sie zeigen sich zusammen. Synergetisch, nicht agonal. 

In „Am Strand“ habe ich auf ein Werk aus einer vormodernen Kultur zurückgegriffen, die aber nicht irgendeine ist, sondern die griechische Antike. Dabei geht es mir nicht nur um die Betonung einer "Erinnerungskultur", da die Antike in Museen, Literatur und in allen sonstigen Medien hervorragend dokumentiert ist. Im Bild „Am Strand“ findet eine imaginative Symbolisierung mittels unserer „Einbildungskraft“ statt. Kraft ihrer nehmen wir nicht nur oberflächlich die Parallelität von Figuren aus verschiedenen Zeiten und Welten wahr; vielmehr gewinnen diese ein eigenes Leben.

 

Die ganze Welt ist Bühne und alle Frauen und Männer bloße Spieler, sie treten auf und gehen wieder ab.

Shakespeare