her pure and eloquent blood

spoke in her cheeks, and so distinctly wrought

that one might almost say, her body thought.

 

…ihr Blut, rein und beredt,

in ihren Wangen sprach’s so angestrengt,

dass man fast sagen konnt, ihr Leib, er denkt.

 

John Donne (1572-1631)

Schönheit heute ist ein gigantischer Industriefaktor, dem man so gut wie nicht entrinnen kann. Sie ist schon lange kein Privileg einer kleinen elitären Minderheit mehr. Dennoch scheinen die Segnungen der Beauty-Industrie nicht allen die wahren Glücksbringer zu sein; vielmehr ist deutliche Kritik am „Schönheitswahn“ zu vernehmen.

 

Design ist seit langem schon die Devise: „Design your life“! „Entweder du gestaltest dich oder du wirst gestaltet“ heißt eine der Maximen der Moderne von Nietzsche bis Foucault. Die heute grassierende „Ästhetisierung des Sozialen“, appelliert an den Selbst-Kreationismus jedes Einzelnen (sofern er dazu in der Lage ist) „Jeder sein eigener Demiurg!“ kann man in Anspielung auf Platon ausrufen.[i]

Gegenüber diesem globalen Ästhetisierungs-Willen, der massive Aspekte eines „Irdischen Paradieses“ hat, wirkt die seit einiger Zeit ausgerufene Wiederkehr des Schönen in der Kunst, thematisiert in einem 1999 erschienenen Katalog mit dem emphatischen Titel „Beauty Now“, überfällig. Die frühe Moderne hatte – abgesehen von wenigen Ausnahmen (de Chirico, Balthus, Dali) – ein problematisches Verhältnis zur klassischen Schönheit, galt sie doch vielen Pionieren der Moderne als verlogen und hoffnungslos rückständig z.B. gegenüber der neuen Schönheit der Maschinen, wie sie die Futuristen propagierten. Diese Lücke füllte umso mehr die sich rasch entwickelnde Filmindustrie und die Fotografie: die ersten Modemagazine wie Harper’s Bazaar entstanden schon Mitte des 19. Jahrhunderts.

 

[i] Platon, Timaios 28ff

Heribert Heere

MALER  COLLAGIST  ESSAYIST