Die Aquarell-Serie Fantasy entfaltet sich als offenes, rhizomartiges Bildgefüge. Traum und Wirklichkeit erscheinen hier nicht als Gegensätze, sondern als sich durchdringende Ebenen, die sich verzweigen, überlagern und neu formieren. Jedes Werk ist ein Knotenpunkt innerhalb eines Netzes aus Figuren, Landschaften, Zeichen und Farbräumen – ohne hierarchische Ordnung, ohne lineare Erzählung.
Die fragmentierten, maskenhaften Gesichter sind keine Porträts, sondern Projektionsflächen innerer und imaginärer Zustände. Identität erscheint als Prozess, nicht als Fixpunkt. Die fließende Transparenz des Aquarells lässt Formen ineinander übergehen und erzeugt Übergangszonen, in denen Bedeutungen instabil bleiben.
Wiederkehrende Motive – Tiere, Früchte, Gesichter, abstrakte Zeichen – fungieren als bewegliche Marker innerhalb des Bildrhizoms. Sie tragen keine festgelegte Symbolik, sondern öffnen Räume für individuelle Assoziationen.
Fantasy lädt dazu ein, das Imaginäre nicht zu lesen, sondern zu durchwandern: als poetische Kartografie eines Denk- und Wahrnehmungsraums im ständigen Werden.