In den BildWelten erscheint die Welt als Gefüge aus Fragmenten. Organische, anthropomorphe Splitter lagern sich aneinander, ohne sich je ganz zu stabilisieren. Figuren sind im Werden begriffen, im Übergang, im tastenden Zustand. Es sind Bildräume, in denen Identität nicht fest umrissen ist, sondern als provisorische Formation auftaucht – als Verdichtung von Wahrnehmung, Erinnerung, Material. Das Fragment ist hier nicht Mangel, sondern Methode: Es hält die Welt offen.
Die Cuties scheinen zunächst einen Gegenpol zu markieren. Sie treten frontal auf, mit klarerem Umriss, mit Blicken, die zurückblicken. Sie lächeln, strahlen, leuchten. Doch dieses Niedliche ist kein naives. Es ist übersteigert. Die Augen zu groß, das Lachen zu breit, die Farben zu laut. Die Figur wirkt wie eine Verdichtung all jener Fragmente, die in den BildWelten noch verstreut waren.
A Fragmant und Figur
Von der offenen, dekonstruierenden Struktur der "BildWelten" zu scheinbar geschlossenen Ikonen der Cuties. Doch diese Geschlossenheit ist brüchig. Die Übersteuerung legt Risse frei. Das Niedliche kippt ins Schrille, ins Unheimliche, ins Alarmhafte. Die Figur behauptet Ganzheit – und verrät gleichzeitig ihre Künstlichkeit.
In den "BildWelten" bleibt die Figur Fragment. In den "Cuties" wird sie zur überdeutlichen Projektion – zu einem Bild, das so sehr Bild ist, dass es seine eigene Gemachtheit ausstellt. Die Cuties sind vielleicht jene Momente, in denen Fragmente sich kurzzeitig zusammenschließen und eine Identität simulieren. Doch das Material, die malerische Geste, die sichtbare Überlagerung erinnert daran, dass auch diese Figuren aus Splittern bestehen.
Die "BildWelten" zeigen das Offene, Unfertige, das tastende Werden.
Die "Cuties" zeigen die Verdichtung – und deren Überforderung.
Zwischen beiden Serien liegt kein Bruch, sondern ein Kreislauf:
Fragment wird Figur. Figur zerfällt wieder in Fragment.
B "Schöne Neue Welt"
In meinen BildWelten tauchen organische und anthropomorphe Formen auf, ohne sich zu einer klaren Figur zu verbinden. Diese gebrochenen Motive formieren sich zu Welten, die durch Andeutungen statt durch fest umrissene Konturen bestimmt sind. Das Fragment wird zur kleinsten Einheit dieser Welt: Alles scheint in Zwischenzuständen zu existieren, provisorisch, tastend. Indem meine BildWelten keine vollständigen Figuren anbieten, sondern DeKonstruktionen, zeigen sie damit auch WeltBilder, die Brüche, Komplexität und Unfertigkeit beinhalten. Meine Bilder deuten an, dass Wirklichkeit nicht als einheitliche, abgeschlossene Komplexe zu verstehen sind, sondern als Gefüge aus Fragmenten – Erinnerungen, Eindrücken, Wahrnehmungssplittern.
Meine BildWelten spiegeln nicht nur die Zerrissenheit und Fragilität der gegenwärtigen Realität, sondern öffnen auch den Raum für mögliche „Schöne Neue Welten“. Somit zeigen sie zwar apokalyptische Visionen, aber auch Manifestationen von Hoffnung auf eine noch ungeschriebene Zukunft. In ihrer Fragmentiertheit verkörpern sie die Möglichkeit, die Welt neu zu denken. Sie schlagen eine Ästhetik der Offenheit vor, in der das Unvollständige und das Unfertige nicht nur Mangel, sondern auch Potenzial ist. Diese Spannung kann sowohl das Ende wie auch den Beginn einer neuen Ära andeuten: eine Welt, die nicht in klaren Bildern, sondern in flexiblen, immer wieder neu zusammengesetzten Fragmenten existiert. Diese Welten laden ein, zu träumen, sie zu hinterfragen und vielschichtige Perspektiven zuzulassen, die uns von den sichtbaren und unsichtbaren Rändern der Wirklichkeit her begegnen. Sie stehen für eine Zukunft, die sich aus dem Chaos und Komplexität zusammensetzt – eine Welt, die ständig im Werden bleibt.