Meine "Cuties" wirken wie aus einem Cartoon-Universum entlaufen, aber sie sind nicht glatt, nicht sauber und nicht digital perfektioniert. Stattdessen werden sie durch die Malerei aufgeraut, verzerrt, überschrieben. Farben prallen aufeinander, Konturen schwanken, Flächen geraten in Bewegung. Die Figuren erscheinen wie Masken: freundlich und gleichzeitig unheimlich, einladend und doch schwer zu greifen. Das Lächeln ist da – aber es ist zu breit, zu offen, zu viel.
Gerade diese Überzeichnung macht sichtbar, wie stark die Bildsprache des „Cute“ in unserer Gegenwart funktioniert: als schnelle emotionale Abkürzung, als Versprechen von Harmlosigkeit, als visuelle Ware. Ihre scheinbare Einfachheit verweist auf die Bildcodes von Popkultur und Comics.
Doch in diesen Arbeiten wird das Niedliche nicht bestätigt, sondern überdreht, bis es seine eigene Oberfläche sprengt. Die Cuties werden zu Störungen, zu Figuren mit zu viel Energie, zu viel Ausdruck, zu viel Präsenz.
So entsteht ein Bildraum, in dem sich Humor und Aggression, Spiel und Kontrollverlust, Leichtigkeit und Überforderung überlagern. Diese Cartoonwelt hat ihr eigenes geheimes Leben auf einer Bühne, wo das Vertraute plötzlich fremd wirkt – und das Lustige eine dunklere, unruhige Seite bekommt. Und doch ist alles "nur" Oberfläche. Die "Cuties" verweisen auf nichts anderes als auf sich selbst - und können gerade deshalb die Vielfalt der Welt zeigen.