Bildwelten

 

In meinen Bildern tauchen organische, skulpturale und anthropomorphe Formen auf, ohne sich zu einer klaren Figur zu verbinden. Diese gebrochenen Motive formieren sich zu Bildwelten, die durch Andeutungen statt durch fest umrissene Konturen bestimmt sind. Das Fragment wird zur kleinsten Einheit dieser Welt: Alles scheint in Zwischenzuständen zu existieren, provisorisch, tastend. Indem meine Bilder keine vollständigen Figuren anbieten, zeigen sich Weltbilder mit Brüchen, Komplexitäten, Unfertigkeit - und leider auch Kriegen!

 

Bildwelten - Cuties - Weltbilder

 

 

Zwischen meinen „Bildwelten“ und den „Cuties“ verläuft keine Trennlinie – eher eine Verschiebung.

In den Bildwelten erscheint die Welt als Gefüge aus Fragmenten. Organische, anthropomorphe Splitter lagern sich aneinander, ohne sich je ganz zu stabilisieren. Figuren sind im Werden begriffen, im Übergang, im tastenden Zustand. Es sind Bildräume, in denen Identität nicht fest umrissen ist, sondern als provisorische Formation auftaucht – als Verdichtung von Wahrnehmung, Erinnerung, Material. Das Fragment ist hier nicht Mangel, sondern Methode: Es hält die Welt offen.

Die Cuties scheinen zunächst einen Gegenpol zu markieren. Sie treten frontal auf, mit klarerem Umriss, mit Blicken, die zurückblicken. Sie lächeln, strahlen, leuchten. Doch dieses Niedliche ist nicht naiv. Es ist übersteigert. Die Augen zu groß, das Lachen zu breit, die Farben zu laut. Die Figuren wirkt wie eine Verdichtung all jener Fragmente, die in den Bildwelten noch verstreut waren.

 

 

 

So lässt sich eine Bewegung erkennen:
Von der offenen, dekonstruierenden Struktur der Bildwelten zur scheinbar geschlossenen Ikone der Cuties. Doch diese Geschlossenheit ist brüchig. Die Übersteuerung legt Risse frei. Das Niedliche kippt ins Schrille, ins Unheimliche, ins Alarmhafte. Die Figur behauptet Ganzheit – und verrät gleichzeitig ihre Künstlichkeit.

Beide Serien verhandeln damit dieselbe Frage aus unterschiedlichen Perspektiven:
Wie formiert sich Wirklichkeit?

In den Bildwelten bleibt sie Fragment. In den Cuties wird sie zur überdeutlichen Projektion – zu einem Bild, das sich selbst ausstellt. Die Cuties sind vielleicht jene Momente, in denen Fragmente sich kurzzeitig zusammenschließen und eine Identität simulieren. Doch das Material, die malerische Geste, die sichtbare Überlagerung erinnert daran, dass auch diese Figuren aus Splittern bestehen.

So entsteht eine produktive Spannung:
Die Bildwelten zeigen das Offene, Unfertige, das tastende Werden.
Die Cuties zeigen die Verdichtung – und deren Überforderung.

Zwischen beiden Serien liegt kein Bruch, sondern ein Kreislauf:
Fragment wird Figur. Figur zerfällt wieder in Fragment.

Meine Arbeit bewegt sich in diesem Zwischenraum, wo Weltbilder entstehen und zugleich auseinanderfallen.

 

 

 

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