Lurchi, der Tod und das Monsterei

Bemerkungen zur Symbolik.

 

(Ein Gespräch mit Karl Senoner)

 

 

Karl Senoner:

links unten: Salamander als Kindheitserinnerung und Firmenlogo. Rechts oben: Präsent aus Santorin als Ort des Glücks und der Naturgewalten, oben rechts: Monsterei aus "Garten der Lüste von Hironymus Bosch. Hohler Stab als Vertikales Denken und Fühlen und Knopf und Schädel als Lebenszeichen. Es sind also viel Phantasien bei der Betrachtung und Interpretation möglich.

 

Heribert Heere:

Sehr schön, deine Bemerkungen. Das Monsterei (gute Bezeichnung!) ist eine kleinplastische Nachbildung eines Details aus Boschs "Weltgerichtstriptychon" in Wien. "Phantasien" sehe ich auch als "Phantasmen", wo sie Erscheinungen, Traumbilder aber auch Trugbilder (Simulakren) bedeuten. Ich sehe im "wahren Trugbild" die eigentliche Bedeutung der Kunst.

Der Titel sowohl dieser als auch einer Reihe von digitalen Arbeiten, nämlich "Garten der Lüste" bezieht sich auf die erst später gebräuchliche Bezeichnung von Boschs wohl berühmtesten Triptychon. Als solcher verweist er einerseits auf das mittelalterliche "Paradiesgärtlein" mit seiner marianischen Mystik und damit auf eine Stelle aus dem Hohenlied im AT, das wiederum aus ältesten Dichtungen des vorderasiatischen Kulturbereichs stammt. Andererseits hat bei Bosch der "Garten der Lüste" auch einen utopischen Charakter, dem gewisse phantastische, eventuell auch "höllische" Aspekte beigemischt sind. Aber die Höllen sind selbstgemacht bei Bosch und anderswo. Genauso wie die Paradiese?

Das "Monsterei" ist natürlich das Weltei der Orphiker, aus dem dann die Erde und alles Weitere entstehen sollte. Der Blick des Ei-Wesens ist allerdings eher skeptisch. Was mag da auf uns und es zukommen?

 

Heribert Heere

KÜNSTLER