Fiction

Bei dieser neuen Serie verwende ich ein Collage-Prinzip, ins Malerische übertragen. Als Ausgangspunkt dienen Comics, aus denen ich mit dem digitalen Auswahlwerkzeug Ausschnitte erstelle, die dann von mir neu zusammengestellt werden. Nach diesen digitalen Collagen erarbeite ich Ölgemälde, Aquarelle und Collage-Übermalungen. Es entsteht ein Eindruck von technoiden Strukturen. Man fühlt sich an Science-Fiction erinnert – das neue Ganze des Ölbildes verweigert jedoch einen konkreten Verweisungszusammenhang.

Es entstehen vage assoziative Verweise und Andeutungen: an Zukunftsentwürfe und Utopien, an Welten, in denen alles durcheinandergewirbelt wird.... Technoides, Natürliches und Humanoides befindet sich in eigenartiger Verstrickung.

 

Es handelt sich hier um Welten, die im reinen Werden begriffen sind; in der alles sich wandelt. So haben mich seit langem die „Metamorphosen“ des Ovid interessiert: wegen der berühmten Götter-Geschichten wie auch wegen des Weltbilds Ovids, das von dem vorsokratischen Philosophen Heraklit bestimmt ist:

"Es gibt im ganzen Weltkreis nichts Beständiges. Alle ist im Fluss, und jedes Bild wird gestaltet,während es vorübergeht. Ja, auch die Zeiten gleiten in ständiger Bewegung dahin, nichts anderes als ein Strom.

Denn stillstehen kann weder der Fluss noch die flüchtige Stunde, sondern wie die Woge von der Woge getrieben wird…, so fliehen die Zeiten und folgen zugleich. Stets sind sie neu; den was vorher gewesen ist, das ist vorüber; es wird, was nicht war, und jeder Augenblick entsteht neu."[1]

 


[1] Ovid, Metamorphosen, 15, 177-185