Fiction

 

Die Serie Fiction ist aus meiner langjährigen Faszination für die Bildwelten der klassischen Science-Fiction-Comics entstanden. Comics waren dabei weniger Vorlagen als vielmehr ein visueller Resonanzraum: Ihre futuristischen Städte, fremden Wesen, technischen Apparaturen und kosmischen Landschaften lieferten Anregungen für eine Bildsprache, die ich in die Malerei übersetze und zugleich von ihrer erzählerischen Funktion löse.

Die Gemälde erzählen keine abgeschlossenen Geschichten. Stattdessen greifen sie die fragmentarische Dynamik des Comics auf – den schnellen Szenenwechsel, die Überlagerung verschiedener Perspektiven und die Verdichtung visueller Zeichen. Figuren, Maschinen, Masken und architektonische Fragmente erscheinen wie Splitter einer Erzählung, deren Anfang und Ende offenbleiben. Aus den linearen Narrativen des Science-Fiction-Comics entstehen autonome Bildräume, in denen das Fiktive zur malerischen Erfahrung wird.

Der englische Titel Fiction verweist bewusst auf den Ursprung dieser Arbeiten in der populären Erzählkultur und erweitert ihn zugleich. Die Serie versteht Fiktion nicht als Gegenentwurf zur Wirklichkeit, sondern als schöpferische Kraft, mit der wir unsere Gegenwart imaginieren und unsere Zukunft entwerfen. Science Fiction wird hier nicht illustriert, sondern transformiert: Was im Comic als Handlung erscheint, wird in der Malerei zu Farbe, Form, Rhythmus und offener Bedeutung.

So verbindet Fiction die expressive Freiheit der Malerei mit der visuellen Energie des Science-Fiction-Comics. Die Bilder bewegen sich zwischen Erinnerung und Vision, zwischen Popkultur und autonomer Kunst – als imaginäre Welten, die den Betrachter dazu einladen, ihre Geschichten selbst zu erfinden.

 
 
 
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