Meine Memes sind insofern keine „klassischen" Memes, sondern Reflexionen über ihre Logik: Sie übernehmen deren visuelle Übertreibung und schnelle Bildabfolge, setzen aber auf die Materialität der Malerei und Collage.
Meine Memes gehen von einer Welt aus, in der Bilder als Fragmente eines globalen visuellen Archivs existieren, das Kunstgeschichte, Popkultur, Werbung, digitale Medien und künstliche Intelligenz unterschiedslos miteinander verschränkt. Das Meme wird so zu einem offenen System permanenter Transformation – ein Bild, das seine eigene Geschichte der Zirkulation, Überlagerung und Metamorphose sichtbar macht.
Dies passt sehr gut zu meinem Begriff des „Kosmos der Zeichen“. Dieser erhält hier eine weitere Zuspitzung: Der Kosmos besteht nicht mehr aus abgeschlossenen Werken, sondern aus wandernden Zeichen, die ihre Bedeutung erst im Prozess der immer neuen Verbindung gewinnen. In diesem Sinn wäre das Meme nicht nur eine Technik oder ein Format, sondern das Paradigma einer Bildkunst nach der klassischen Moderne.