Diese Collagen entfalten einen vielschichtigen Bildraum, in dem sich religiöse Ikonografie, kunsthistorische Zitate und visuelle Fragmente der Gegenwart überlagern. Ausgangspunkt ist die biblische Erzählung von der Versuchung Christi in der Wüste – ein Moment existenzieller Prüfung, in dem sich das Verhältnis von Geist, Macht und Verführung verdichtet. Doch die Arbeiten belassen es nicht bei dieser theologischen Urszene. Sie öffnen das Motiv hin zu einer kulturellen Langzeitfigur: dem Teufel als Gegenüber, Spiegel und Mitspieler des Menschen.
Im christlichen Denken ist diese Versuchung untrennbar mit dem Problem von Gut und Böse verbunden. Der Teufel erscheint hier nicht als gleichwertige Gegenmacht zu Gott, sondern als gefallener Engel – ein Wesen, das ursprünglich dem göttlichen Licht entstammt und erst durch seinen Abfall zur Figur des Bösen wird. Gerade darin liegt die eigentliche theologische Spannung: Das Böse ist kein eigenständiges Prinzip, sondern eine Verkehrung des Guten, ein Mangel, eine Verzerrung. In der Versuchung Christi wird dieses Paradox sichtbar. Der Teufel tritt nicht mit offenem Schrecken auf, sondern mit scheinbar plausiblen Angeboten – Macht, Sicherheit, Wunder.
These collages unfold a multi-layered visual space in which religious iconography, art-historical references, and visual fragments of the present overlap. The starting point is the biblical narrative of the Temptation of Christ in the Desert—a moment of existential trial in which the relationship between spirit, power, and temptation is intensified. Yet the works do not stop at this theological primal scene. They expand the motif into a long-standing cultural figure: the devil as the counterpart, mirror, and co-player of humanity.
In Christian thought, this temptation is inextricably linked to the problem of good and evil. Here, the devil does not appear as an equal counterforce to God, but as a fallen angel—a being that originally stemmed from the divine light and only became a figure of evil through his fall. It is precisely here that the true theological tension lies: evil is not an independent principle, but a reversal of the good, a deficiency, a distortion. This paradox becomes visible in the temptation of Christ. The devil does not appear with overt terror, but with seemingly plausible offers—power, security, miracles.
