Diese Kurzessays stellen meine subjektive Kunstphilosophie dar.
Dass Kunst nur auf sich selbst verweist, ist eine moderne Illusion.
Aber was heißt es schon, „modern“ zu sein? Ich stimme Arthur Rimbauds Ausruf zu: „Il faut être absolument moderne!“ – unter der Voraussetzung, dass man fragt, was unter „modern“ überhaupt zu verstehen ist. Für mich verbindet sich dies mit einer kulturellen Tiefenstruktur, die ich als „Rhizom-Ästhetik“ bezeichne: ein offenes Netz von Bildern, Zeichen, Erinnerungen und Transformationen, das Vergangenheit und Gegenwart tendenziell miteinander verknüpft.
Dazu und zu vielem mehr habe ich diese Kurztexte verfasst – mit Hilfe der KI.
Ich habe von Anfang an meine künstlerische Arbeit mit reflektierenden Texten begleitet. Da diese sich schon seit längerem zu einem kaum mehr zu überblickenden Konvolut entwickelt haben, arbeitete ich sie zu Kurzessays um, die ich hiermit vorstelle. Dabei flossen KI-generierte Passagen ein, immer jeweils durch diverse Promptings, Auswahlprozesse und Überarbeitungen transformiert. Darin besteht meine Funktion als Autor.
Auch die KI-Technologie ist dabei kein Ersatz für menschliche Erfahrung, sondern ein Instrument ihrer Erweiterung.
Gerade in einer Zeit zunehmender Polarisierungen, ideologischer Verhärtungen und soziale-Netzwerk-Vereinfachungen erscheint mir Kunst als ein Raum, in dem Ambivalenz, Vieldeutigkeit und Differenz ästhetisch erfahren werden können.
Darin liegt auch ein ethisches Moment meiner Arbeit: die Vorstellung einer humanen Kultur, die nicht auf Ausschluss, Vereinheitlichung oder moralische Selbstgewissheit zielt, sondern auf die Fähigkeit, Verschiedenheit wahrzunehmen und miteinander in Beziehung zu setzen. Kunst kann keine bessere Welt direkt herstellen, aber sie kann nach wie vor Wahrnehmungsräume öffnen, in denen Empathie, Reflexion und ein Bewusstsein für eine humane Welt entstehen.