Collagen 1

 

Uns begegnen in diesen übermalten Collagen Renaissance-Fragmente, Comicfiguren und expressive Malereigesten. Verschiedene Zeichensysteme treffen hier aufeinander: Die Renaissancefiguren mit ihren humanistischen, religiösen und kunsthistorischen Konnotationen, der Cartoon mit seinem Verweis auf die digitale Massenkultur, die malerische Geste, die die Autonomie der Moderne verkörpert.

 

Die Collage macht diese Bedeutungsschichten nicht homogen, sondern hält sie produktiv auseinander. Sie wird so zu einem Ort, an dem kulturelle Erinnerung und gegenwärtige Bildproduktion gleichzeitig sichtbar werden.

Hier sehe ich eine Verbindung zu meiner Idee der Rhizom-Ästhetik. Das Rhizom bedeutet ja nicht Geschichtslosigkeit, sondern ständige Umverknüpfung vorhandener Zeichen. Jedes Zeichen besitzt eine Geschichte, die im neuen Zusammenhang mitgeführt wird. In diesem Sinne entsteht meine Kunst weder aus einer Hermeneutik der Transposition: Bedeutungen werden fragmentiert und in neue Konstellationen überführt.

 

 

Druckversion | Sitemap
© heereart