Remix 1

Die Foto-Vergrösserungen sind nach von mir selbst fotografierten Details von Bildern von Fra Angelico erstellt worden. Diese Fotos habe ich in der großen Fra-Angelico-Ausstellung 2025 im Palazzo Strozzi in Florenz gemacht.

 

Es handelt sich hier also nicht einfach um appropriierte Reproduktionen religiöser Kunst, sondern um einen mehrfach gebrochenen Bildprozess: Ich fotografierte selbst Details aus den Werken Fra Angelicos, ließ diese Ausschnitte dann vergrößern und intervenierte anschließend malerisch in die fotographisch transformierten Bildausschnitte. Dadurch entsteht eine komplexe Kette von Transformationen – vom ursprünglichen Frührenaissance-Tafelbild über die fotografische Isolation des Details bis hin zur gestischen Übermalung.

 

Die gestischen Farbsetzungen – die kreisenden blauen Formen, die eruptiven roten Linien, die vegetativen grünen Einschreibungen oder die tropfenden, beinahe informellen Strukturen – unterbrechen die traditionelle Ikonographie. Sie erzeugen Zonen der „Unähnlichkeit“, in denen das Bild nicht mehr etwas darstellt, sondern selbst Ereignis wird. Die Farbe tritt aus der Funktion des Abbildens heraus und wird zu einer Präsenz eigener Art.

 

Meine abstrahierenden Übermalungen treffen auf die vorgefundenen sakralen Bildausschnitte. Die religiösen Figuren bleiben als Erinnerungsschicht sichtbar, werden jedoch von malerischen Energien durchzogen.

 

 

Fra Angelico, Detail

 

 

The photo enlargements were created from details of paintings by Fra Angelico that I photographed myself. I took these photos at the major Fra Angelico exhibition in 2025 at the Palazzo Strozzi in Florence.

 

These are therefore not simply appropriated reproductions of religious art, but rather a multi-layered visual process: I photographed details from Fra Angelico’s works myself, had these sections enlarged, and then intervened with paint on the photographically transformed image sections. This creates a complex chain of transformations—from the original early Renaissance panel painting through the photographic isolation of the detail to the gestural overpainting.

 

The gestural application of color—the swirling blue forms, the eruptive red lines, the vegetative green inscriptions, or the dripping, almost informal structures—disrupt traditional iconography. They create zones of “dissimilarity” in which the image no longer represents something, but becomes an event in itself. Color steps out of its representational function and becomes a presence of its own kind.

 

My abstract overpaintings encounter the existing sacred image fragments. The religious figures remain visible as a layer of memory, yet are permeated by painterly energies.

 

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