Übermalungen

 

In dieser Serie von Übermalungen versuche ich, Landschaft (sprich "Natur") als Feld von Beziehungen künstlerisch zu realisieren. Die fotografischen Collagen – Fragmente realer Orte, Gärten, Gewässer, Vegetationszonen – bilden kein geschlossenes Panorama, sondern ein offenes Terrain. In der malerischen Intervention werden sie weiter destabilisiert: Zeichen, Figuren, geometrische Formen und farbige Markierungen durchziehen die Bilder, ohne sich einer zentralen Ordnung zu unterwerfen. Hier setzt meine "Rhizom-Ästhetik" an.

 

Das Rhizom – verstanden als nicht-hierarchisches, netzartiges Gefüge – zeigt sich in der Art, wie sich Bedeutung in diesen Arbeiten ausbreitet: nicht linear, nicht narrativ, sondern lateral. Die Übermalungen funktionieren wie Knotenpunkte, Abzweigungen, Verdichtungen. Ein Kreis, ein Gesicht, ein Quadrat oder eine Linie verweist nicht auf ein festes Symbolsystem, sondern verbinden sich situativ mit dem fotografischen Untergrund, mit anderen Zeichen, mit der Wahrnehmung der Betrachtenden. Es gibt kein Zentrum und keinen Rand, kein „Davor“ und „Danach“ – nur Übergänge.

 

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