Venezia

 

Meine Werkreihe "Venezia" thematisiert das Sehen im Zustand der Überlagerung. Ausgangspunkt sind fotografische Fragmente der Stadt Venedig – Brücken, Fassaden, Kanäle, Spiegelungen –, die nicht dokumentarisch festgehalten, sondern aufgebrochen, verschoben und neu zusammengesetzt werden. Malerei, Collage und fotografisches Bildmaterial greifen ineinander und erzeugen Bildräume, in denen Erinnerung, Gegenwart und Projektion gleichzeitig wirksam sind.

 

Die Stadt erscheint dabei nicht als geschlossenes Motiv, sondern als visuelles Archiv: Architektur wird zur Struktur, Wasser zur bewegten Fläche, Farbe zur eigenständigen Kraft. Durch Übermalungen, Schnitte und harte Übergänge entstehen Spannungen zwischen Figuration und Abstraktion. Das Wiedererkennbare wird bewusst gestört – Venedig zeigt sich fragmentiert, vielfach gespiegelt und immer wieder neu codiert.

 

In "Venezia" geht es weniger um den Ort selbst als um seine Wahrnehmung. Die Arbeiten thematisieren das Schwanken zwischen Schönheit und Verfall, zwischen touristischer Ikone und persönlicher Erfahrung. Schichten überdecken einander, ohne sich vollständig auszulöschen – so wie die Stadt selbst von Geschichte, Bildern und Erwartungen überlagert ist.

 

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