Unter dem Titel „Cuties“ entstehen in dieser neuen Werkserie kleinformatige Gemälde, die sich einer Bildsprache bedienen, die aus der heutigen Alltags- und Massenkultur kaum wegzudenken ist: Cartoons, Figurenwelten, „Cute“-Ästhetik. Große Augen, vereinfachte Formen und klare Konturen rufen unmittelbar Vertrautheit hervor – als wären die Motive bereits Teil eines kollektiven Bildgedächtnisses.
Doch diese Nähe bleibt nicht ungebrochen. Die Figuren wirken niedlich und zugänglich, zugleich aber auch übersteigert, eigenwillig und leicht irritierend. Die Malerei zeigt sich dabei bewusst als Malerei – mit sichtbaren Pinselspuren, Überlagerungen, Brüchen und Unschärfen. Das Glatte, Perfekt-Reproduzierbare der Cartoonwelt wird hier nicht nachgeahmt, sondern unterlaufen.
So entwickelt „Cuties“ eine doppelte Bewegung: Einerseits arbeite ich mit der Kraft einfacher, ikonischer Formen und mit der unmittelbaren emotionalen Ansprache des Niedlichen. Andererseits intendiere ich eine kritische Distanz gegenüber der Allgegenwart solcher Bilder, die in der Massenkultur als schnell konsumierbare Oberfläche funktionieren. Das Niedliche wird vielleicht zum Köder – und kippt im nächsten Moment in etwas Rohes, Unfertiges, Widerständiges.
„Cuties“ sind damit nicht nur Bildfiguren, sondern auch kleine Störungen im Gewohnten: kurze Begegnungen, die zwischen Humor und Skepsis, Pop und Malerei, Vertrautheit und Fremdheit oszillieren.