In ICONOCLASH treffen kunsthistorische Ikonen auf die visuelle Gegenwart. Die Arbeiten operieren im Spannungsfeld zwischen Verehrung und Übergriff, zwischen sakralem Bildraum und gestischer Störung.
Renaissanceprofile, Heiligenfiguren und tradierte Bildzitate werden nicht zerstört, sondern übermalt, markiert, verschoben, zerschnitten. Farbe tritt nicht als Veredelung auf, sondern als Intervention. Sie spritzt, blockiert, kommentiert.
Hochkultur trifft Cartoonästhetik, Goldgrund kollidiert mit greller Pop-Farbigkeit, Andacht begegnet Ironie. Was bleibt von einer Ikone, wenn ihre Aura durch zeitgenössische Bildsprache infiltriert wird? Alles - und noch viel mehr!
Das Übermalen und Überkleben wird zur Geste der Aneignung. Im Fragment wird Macht, Pathos und Autorität offengelegt und gleichzeitig verrätselt. Die historischen Figuren erscheinen als Projektionsflächen – verletzlich, markiert, wandelbar.
In einer Gegenwart, die von Bildüberfluss, Meme-Kultur und digitaler Zirkulation geprägt ist, geraten die alten Meister in einen neuen Kreislauf: Sie werden remixbar. Ihre Symbolik wird durchkreuzt, ihr Ernst gebrochen, ihre Körper fragmentiert.
Die Serie oszilliert zwischen Humor und Störung, zwischen Respekt und Angriff, zwischen Pathos und Ironie.