Die Serie Remix the Masters greift auf Bildwelten der Kunstgeschichte zurück und versetzt sie in einen neuen visuellen Kontext. Figuren aus Renaissance, Barock und religiöser Ikonografie werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst und in Collagen neu zusammengesetzt.
Übermalungen, Farbspritzer, cartoonhafte Elemente und unerwartete Bildfragmente greifen in die historischen Vorlagen ein. Dabei entstehen Reibungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart: zwischen sakralem Ernst und popkultureller Leichtigkeit, zwischen kunsthistorischer Autorität und spielerischer Intervention.
Die Arbeiten verstehen sich nicht als Zerstörung der Vorbilder, sondern als Remix – eine Form der künstlerischen Aneignung, die vertraute Bilder neu aktiviert. Wie in der Musik wird vorhandenes Material aufgenommen, verändert und in eine andere Zeit übersetzt.
Die Ikonen der Kunstgeschichte verlieren dabei durch die Überarbeitung und Fragmentierung zuerst ihre Aura und werden zu offenen Bildräumen, in denen Humor, Irritation und spontane malerische Gesten Platz finden. Damit findet aber auch eine Re-Auratisierung statt. So begegnet Hochkultur Comicästhetik, historische Porträts treffen auf farbliche Explosionen und absurde Details.
Die alten Meister bleiben erkennbar und werden Teil eines neuen Spiels mit Bildern.
Das Übermalen und Überkleben wird zur Geste der Aneignung. Im Fragment wird Macht, Pathos und Autorität offengelegt und gleichzeitig verrätselt. Die historischen Figuren erscheinen als Projektionsflächen – verletzlich, markiert, wandelbar.
In einer Gegenwart, die von Bildüberfluss, Meme-Kultur und digitaler Zirkulation geprägt ist, geraten die alten Meister in einen neuen Kreislauf: Sie werden remixbar. Ihre Symbolik wird durchkreuzt, ihr Ernst gebrochen, ihre Körper fragmentiert.
Die Serie oszilliert zwischen Humor und Störung, zwischen Respekt und Angriff, zwischen Pathos und Ironie.