Die Serie "Gott" versammelt Collagen, die sich mit der Bildtradition des Christentums auseinandersetzen – mit Christusdarstellungen und mit Teufelsfiguren aus mittelalterlichen und Renaissance-Bildwelten. Diese historischen Bilder werden aus ihrem ursprünglichen Zusammenhang herausgelöst, fragmentiert und in neue visuelle Räume versetzt.
Im Zentrum steht das Gesicht Christi: ein Bild, das über Jahrhunderte hinweg zum Sinnbild für Erlösung, Leid und göttliche Präsenz geworden ist. In den Collagen wird dieses ikonische Motiv mehrfach gebrochen. Teile der Figur verschwinden hinter Farbschichten, werden von fremden Körpern überlagert oder von grotesken Dämonen bedrängt. Die einst geschlossenen religiösen Bilder öffnen sich zu instabilen, widersprüchlichen Bildräumen.
Zwischen Heiligenbild und Monster, zwischen Andacht und Verstörung entsteht eine Spannung, die den Blick der Betrachter festhält.
Farbe, Übermalung und Collage greifen bewusst in die Autorität der historischen Bilder ein. Die Gesten erinnern an eine Art visuelle Archäologie: Schichten werden freigelegt, zerstört und neu zusammengesetzt. Das Heilige erscheint dadurch nicht als unantastbare Wahrheit, sondern als kulturelles Bild, das sich ständig verändert und neu interpretiert werden kann.
Zwischen Schönheit, Gewalt, Zweifel und Hoffnung entstehen Bildräume, in denen Glaube, Angst und Fantasie gleichzeitig sichtbar werden.