Zeichen

Im Wunderland der Zeichen

 

Zeiten und Maßstäbe verschieben sich, Bedeutungen wechseln ihren Ort. Eine Figur der Renaissance kann einem Cartoon begegnen, eine archaische Maske einem Emoji, ein antiker Gott einer Comicfigur. Pflanzen bekommen Gesichter, Dinge beginnen uns anzusehen, Schönheit kippt ins Groteske und das Vertraute wird plötzlich fremd.

Bilder werden zu Rätselspielen, Identitäten werden unsicher,

Seit den Höhlenmalereien erschafft der Mensch Bilder, Symbole und Erzählungen, um sich in der Welt zu orientieren. Doch diese Zeichen bleiben niemals unverändert. Sie wandern durch Zeiten und Kulturen, werden zitiert, vergessen, wiederentdeckt, übermalt, verfremdet und neu zusammengesetzt.

 

Meine Gemälde, Collagen, Aquarelle, Zeichnungen und Skulpturen bewegen sich in diesem unüberschaubaren Bilderreich: Renaissance und Pop, Mythos und Cartoon, Maske und Cutie, Abstraktion und Figuration, Kunstgeschichte und digitale Bildwelt. Fragmente verlieren ihre ursprünglichen Zusammenhänge, ohne ihre Bedeutung vollständig abzustreifen. Sie bringen Erinnerungen mit, Spuren früherer Bilder und Geschichten, und verbinden sich zugleich mit Zeichen, die aus ganz anderen Zeiten und kulturellen Räumen stammen.

So entsteht ein Wunderland der Zeichen. Wunderbar ist sie nicht deshalb, weil sie eine harmonische oder märchenhafte Welt entwirft, sondern weil in ihr die vertrauten Ordnungen der Dinge außer Kraft gesetzt werden können. Zeiten überlagern sich, Maßstäbe geraten ins Wanken, Bedeutungen springen von einem Bild zum anderen. Das Alte kann plötzlich gegenwärtig, das Banale rätselhaft, das Niedliche unheimlich und das Erhabene komisch erscheinen.

 

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