Collagen 2

 

Diese Collagen sind nach Details von Bildern von Fra Angelico (1395 - 1455) erstellt und übermalt.

Sie verdeutlichen fast "abstrakte" Strukturen in gemalter Marmorierung und anderen Details, die Georges Didi-Huberman als Darstellung des "göttlichen Mysteriums" interpretierte.

 

Da Fra Angelico sein Schaffen primär als theologisches Projekt begriff, stand er vor der Herausforderung, das göttliche Mysterium und das Geistige – mithin das eigentlich Undarstellbare – visuell erfahrbar zu machen. 

Didi-Huberman zeigt in seinem Buch "Fra Angelico - Unähnlichkeit und Figuration", dass der Frührenaissance-Maler ganz bewusst Techniken jenseits der bloßen Wirklichkeitsnachahmung einsetzte. Dazu gehören scheinbar abstrakte Elemente wie Farbkleckse, Farbspritzer oder marmorierte Farbzonen. Diese ungegenständlichen Flächen dienen als visuelle Zeichen für die Darstellung des Göttlichen in der irdischen Welt.

Didi-Huberman argumentiert, dass diese religiös motivierten visuellen Brüche – das Spiel mit Leere, Transformation und dem Entzug von figurativer Eindeutigkeit – in gewisser Weise bereits abstrakte Konzepte der modernen Kunst (wie Farbfeldmalerei) vorweggenommen haben. 

 

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