Zeichnungen

 

Ikonen der Gegenwart

 

Was wäre heute eine Ikone? In einer Zeit unaufhörlicher Bilder, digitaler Simulationen und flüchtiger Aufmerksamkeit scheint der Begriff beinahe widersprüchlich geworden zu sein. Die Zeichnungen dieser Serie verstehen sich deshalb nicht als Ikonen im traditionellen Sinn, sondern als Annäherungen an eine neue Form der Bildlichkeit.

 

Aus fragmentarischen Zeichen, maskenhaften Gesichtern, Spuren und Verdichtungen entstehen Figuren, die nichts Eindeutiges darstellen und dennoch eine eigentümliche Präsenz entfalten. Sie verweisen nicht auf eine jenseitige Wahrheit, sondern auf die Erfahrung der Gegenwart selbst – auf ihre Ambivalenz, ihre Überlagerungen und ihre offene Bedeutung.

 

Jede Zeichnung ist der Versuch, aus dem Strom der Zeichen ein Bild zu gewinnen, das den Augenblick überdauert. „Ikone der Gegenwart“ bezeichnet daher kein erreichtes Ideal, sondern ein künstlerisches Desiderat: die Suche nach einem Bild, das im Chaos der Gegenwart Orientierung stiftet, ohne seine Vieldeutigkeit zu verlieren.

 

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