Die hier vorliegenden Kurzessays entstanden aus lose zusammenhängenden Notizen, die ich parallel zu meiner künstlerischen Arbeit machte - seit ihrem Beginn in den 1980ern. Inzwischen haben sie einen derartigen Umfang erreicht, dass ich mich in den letzten Jahren entschloss, diese komplett zu überarbeiten und neue Texte einzufügen, zum Teil KI generiert. Damit leite ich eine neue Autorschaft ein.
Die einzelnen Texte thematisieren verschiedene Leitbegriffe aus Philosophie, Kulturtheorie, Relgionswissenschaft, Soziologie, Kunstgeschichte, Mythologie und Populärkultur. Sie bilden keine Kapitel eines lückenlosen Systems. Im Gegenteil; ich favorisiere den Mut zur Lücke - was in meiner künstlerischen Arbeit dem Fragment entspricht.
Das Fragment nimmt in meinen Bildern und Skulpturen eine zentrale Stelle ein. In Zusammenhang mit meinen Bildwelten könnte man von einer "Weltcollage" sprechen.
Diese erscheint als ein "Raum-Zeit-Spiel": Historische Kunstwerke figurieren neben Bildern aus Werbung; religiöse Symbole neben digitalen Avataren und mytische Gestalten neben digitalen Avataren. Meine collagistische Verwendung des Fragments erweist sich als genuin produktive Kraft - und nicht als beklagenswerte Destruktion!
Jeder Essay sollte bei den Betrachtern Denkräume entwickeln mit Verweisen auf andere Bilder, Motive und Texte.