Pilz-Rhizom

Rhizom-Ästhetik

"Bäume des Wissens" im Mittelalter und der Renaissance

 

Deleuze und Guattari haben in "Tausend Plateaux" die Metapher des „Rhizoms“ eingeführt, um jene Schreib- und Denkweise zu kennzeichnen, die sich gegen hierarchische, dichotome und geschlossene Ordnungen wendet.

Der „Baum des Wissens“, seit der Antike Symbol für Ordnung, Ableitung und Klassifikation, steht für ein epistemologisches Paradigma, das Stabilität, Identität und eindeutige Zuordnung voraussetzt. In diesem Modell ist jedes Element einer höheren Ebene untergeordnet, alles folgt einem Prinzip der Ableitung.

Das Rhizom hingegen kennt keine zentrale Wurzel, keinen Ursprung, keine oberste Instanz. Es breitet sich horizontal aus, bildet Verbindungen zwischen heterogenen Punkten, erzeugt Querverweise, Übergänge, Durchlässigkeiten. Es kann an jedem Punkt unterbrochen werden, ohne dass seine Struktur zerstört wird – weil es nicht auf Linearität, sondern auf Konnexionen und Heterogenität beruht.

 

Meine Rhizom-Ästhetik bezieht sich auf ein diesbezügliches ästhetisches Konzept.

 

Hier sind die Kernaspekte der Rhizom-Ästhetik:

  • Nicht-hierarchische Struktur: Im Gegensatz zu einer Baumstruktur, die zentralisiert und hierarchisch ist, ist das Rhizom ein dezentrales Netzwerk, bei dem jeder Punkt mit jedem anderen verbunden sein kann.
  • Vernetzung und Fluss: Es betont Verbindungen, Prozesse und Flussstrukturen statt fester Zentren oder Anfänge.
  • Vielgestaltigkeit: Rhizomatische Ästhetik in der Kunst umfasst oft verteilte Strukturen, poröse Formen und Räume, die zu vielfältigen Wegen einladen.

 

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