Gemälde 1990-2010

 

Die Serie „Schönheiten“ geht von einer einfachen, zugleich radikalen Frage aus: Wie könnte Schönheit in einer zukünftigen Welt aussehen? Sie sucht nicht nach dem vollkommenen Körper oder dem klassischen Ideal, sondern nach einer Schönheit, die ihre eigene Vergänglichkeit kennt und gerade darin ihre Würde findet.

Die Figuren, Landschaften und mythischen Fragmente erscheinen als Übergangsgestalten zwischen Vergangenheit und Zukunft. Antike Skulpturen, christliche Bildtraditionen, Porträts und expressive Malerei verbinden sich zu einem offenen Bildraum, in dem Schönheit nicht mehr Besitz oder Norm ist, sondern eine Form der Freiheit. Sie emanzipiert sich von festen Kanons und wird zu einem Ereignis der Verwandlung.

Doch diese Schönheit bleibt tragisch. Sie trägt den Schatten ihres Endes bereits in sich. Friedrich Schillers Satz „Auch das Schöne muß sterben“ beschreibt den inneren Horizont dieser Arbeiten: Schönheit gewinnt ihre Intensität gerade deshalb, weil sie nicht dauerhaft ist. Sie lebt von ihrer Verletzlichkeit, ihrer Endlichkeit und ihrer ständigen Metamorphose.

So entwerfen diese frühen großformatigen Gemälde keine Utopie makelloser Vollkommenheit, sondern die Vision einer emanzipierten Schönheit, die das Fragmentarische, das Fremde und das Vergängliche in sich aufnimmt. Ihre Wahrheit liegt nicht in der Dauer, sondern im Augenblick ihrer Erscheinung – dort, wo sich Freiheit, Sinnlichkeit und Tragik für einen Moment begegnen.

 

 

 

Druckversion | Sitemap
© heereart