Müll der Zeichen
Unsere Gegenwart produziert nicht nur eine unüberschaubare Menge materieller Gegenstände. Sie produziert ebenso unaufhörlich Bilder und Zeichen.
Werbung, Kunstgeschichte, Comics, digitale Bilder, religiöse Ikonographien, Fotografien, Markenlogos und kulturelle Zitate zirkulieren gleichzeitig: Exzess der Zeichen.
Meine Collagen übernehmen den Exzess. Sie häufen an, überlagern, zerschneiden, verdecken und konfrontieren. Ihre Oberflächen werden zum Schauplatz konkurrierender Wirklichkeiten.
Collage wird zum Recycling von Bedeutung.
Was seinen ursprünglichen Zusammenhang verloren hat, kann in einen neuen eintreten. Raffael wird nicht zerstört, sondern umgedeutet. Die Südseemaske kehrt im Cartoon wieder. Das archaische Gesicht begegnet dem Pop. Selbst der Müll wird durch seine Aufnahme ins Bild aus seinem Zustand völliger Bedeutungslosigkeit herausgerissen – und in gewisser Weise ästhetisch „geadelt“
Apocalypse – not now
Die Maske verwandelt den Menschen. Der Konsum verwandelt die Ware in Müll. Der Mythos verwandelt Geschichte in kulturelles Gedächtnis. Und die Collage verwandelt wiederum all diese Fragmente in Bilder.
Deshalb ist meine Kunst weniger die kulturelle Apokalypse, wie immer wieder seit langem angedroht, sondern das Bild einer Kultur, die sich in einem permanenten Prozess von Produktion, Zerstörung, Überlieferung und Wiederverwertung befindet.