Verklärung

Verklärung 16, 2024, Collage, 100 x 70 cm

 

Das Gemälde der Verklärung Jesu mit dem verklärten Jesus und einem Hund zu seinen Füßen ist im Stil eines modernen KI-Roboters nachgebildet, daneben stehen zwei junge Leute, die wie Studenten gekleidet sind und sich anlächeln, hinter ihnen fliegt Gott in den Himmel, hinter allen drei Figuren halten mehrere Personen aus verschiedenen Zeiten der Geschichte Biergläser und trinken zusammen. 

Raffaels "Verklärung Christi" ist ein Meisterwerk der Renaissance, das religiöse Transzendenz und menschliche Emotionen einfängt. Indem man dieses klassische Kunstwerk mit modernen Elementen wie einem Roboter und fröhlichen jungen Menschen kombiniert, wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Zukunft geschlagen. 

Der Roboter in der Collage verweist auf die fortschreitende Technologie und künstliche Intelligenz, die in Kontrast zu den göttlichen und übernatürlichen Aspekten der Verklärung Christi stehen. Dies könnte eine Reflexion über das Verhältnis zwischen Menschlichkeit und Maschine sowie über ethischen Fragen sein, die durch neue Technologien aufgeworfen werden.

 

 

Raffael, Verklärung, 1520

 

Die „Transfiguration“ („Verklärung“), die bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts als das berühmteste Gemälde der Welt galt, wurde 1516 für die Kathedrale von Narbonne in Auftrag gegeben und war 1520 beim Tode Raffaels bis auf wenige Stellen fertig. Es sollte dort aber nie ankommen, da der Auftraggeber, Giulio di Medici, inzwischen Papst geworden war und es in Rom in einer Kirche aufstellen ließ. Heute befindet es sich in den Vatikanischen Museen in Rom.

Raffael, Studie zur Transfiguration

 

Nietzsche, der spätere Verfasser des „Antichrist“, konnte an der theologischen Lichtmetaphysik des päpstlichen Auftraggebers Raffaels wenig Gefallen finden. So moniert er das „heuchlerische“ Christentum, das man Raffael zuwies. „Das Christentum verdirbt zuletzt gar noch den Begriff des Künstlers: es hat eine schüchterne Hypocrisie (Heuchelei) über Raffael gegossen, zuletzt ist auch sein verklärter Christus ein flatterndes schwärmerisches Mönchlein, das es nicht wagt, sich nackt zu zeigen.“[6]

Vermutlich kannte Nietzsche nicht jene Studie Raffaels zur Transfiguration, die an Stelle von Christus just eine nackte „apollinische“ Jünglingsfigur zeigt, entsprechend Raffaels Verfahren, in den Entwurfszeichnungen zu seinen Kompositionen die Gestalten erst einmal nackt zu zeichnen, um sie dann in seinen Gemälden mit Pinsel und Farbe „anzuziehen“.

 

 

 

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