Schönheit ist für mich immer etwas, das im Werden ist, nie etwas Absolutes. Deshalb hat Schönheit auch etwas mit Glanz zu tun, mit Glamour, was ursprünglich einen Zauberspruch oder eine Verhexung bezeichnet. Man kann von Schönheit geblendet werden, man kann sich aber auch blenden lassen. Diese Verblendung darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass uns ohne die Schönheiten etwas fehlen würde. Die Kunst hat zwar ihre eigene Schönheit, ist aber gerade dadurch mit der Welt verflochten. Ihr komplexes und oft widersprüchliches Changieren zwischen Welthaltigkeit einerseits und Autonomie andererseits hat mich immer fasziniert. Das Häßliche und Schreckliche beinhaltet keine Welt, deshalb kann es auch nichts versprechen!

Heribert Heere

MALER  COLLAGIST  ESSAYIST