Die Serie „Beauties“ entfaltet sich als ein vielschichtiges Spiel zwischen klassischen Schönheitsidealen, zeitgenössischer Bildästhetik und surrealen Fragmentierungen. Sie operiert an der Schnittstelle von Malerei, Fotografie und Collage und legt eine künstlerische Strategie offen, die Schönheit nicht als statischen Zustand, sondern als konfliktreichen Prozess sichtbar macht.
In allen Arbeiten prallen Bilderwelten aufeinander: Ausschnitte aus der Modefotografie, mythologische und kunsthistorische Referenzen, groteske Fratzen und ornamentale Landschaften. Die Schönheit wird in diesem Kontext nie isoliert gezeigt, sondern stets gebrochen, übermalt, zerlegt oder in fremde visuelle Systeme eingebettet. Was entsteht, ist eine Ästhetik der Überlagerung – eine „schöne Störung“, in der das Verführerische und das Abgründige untrennbar verbunden sind.
Ich mache mir die Bildsprache der Werbung und der klassischen Malerei gleichermaßen zunutze. Die glatten, perfekten Gesichter aus der Modefotografie stehen in einem Spannungsfeld zu expressiven Farbspuren, die sie teilweise verdecken, verzerren oder aggressiv durchkreuzen. Ikonische Gestalten der Kunstgeschichte – etwa Botticellis Simonetta – tauchen auf, werden aber in ein gegenwärtiges Spannungsfeld gezogen, das die Fragen nach Zeitlosigkeit, Projektion und Inszenierung von Schönheit neu stellt.
Ich binde groteske und dämonische Figuren ein - fast wie in einem Albtraum -, die an Hieronymus Bosch erinnern. Sie fungieren als Gegenbilder, die die fragile Oberfläche der Schönheit durchbrechen und auf deren Kehrseite verweisen: Verfall, Angst, Begierde, Macht.
Schönheit wird hier nicht als harmonische Ganzheit zelebriert, sondern als ein brüchiges Konstrukt, das stets von seinen eigenen Schatten bedroht ist.
Die Serie „Beauties“ lädt damit zu einer dialektischen Betrachtung ein: Sie konfrontiert uns mit der Lust am schönen Schein und zugleich mit seiner Auflösung, mit der Verführungskraft des Bildes und seiner Zerstörung. Schönheit wird nicht neutral gezeigt, sondern als ein Terrain von Kämpfen – zwischen Anziehung und Abstoßung, Tradition und Gegenwart, Harmonie und Dissonanz.
Kurzum: Diese Collagen sind nicht bloß Darstellungen von „Schönheit“, sondern Inszenierungen ihrer Gefährdung, ihrer Konstruktion und Dekonstruktion.
The series “Beauties” unfolds as a multifaceted interplay between classical ideals of beauty, contemporary visual aesthetics, and surreal fragmentation. It operates at the intersection of painting, photography, and collage, revealing an artistic strategy that portrays beauty not as a static state, but as a conflict-ridden process.
In all the works, visual worlds collide: excerpts from fashion photography, mythological and art-historical references, grotesque grimaces, and ornamental landscapes. In this context, beauty is never shown in isolation, but is always fractured, painted over, dismantled, or embedded in foreign visual systems. What emerges is an aesthetic of superimposition—a “beautiful disruption” in which the seductive and the abysmal are inseparably linked.
I make equal use of the visual language of advertising and classical painting. The smooth, perfect faces from fashion photography stand in tension with expressive traces of color that partially conceal, distort, or aggressively intersect them. Iconic figures from art history—such as Botticelli’s Simonetta—appear, but are drawn into a contemporary field of tension that reframes questions of timelessness, projection, and the staging of beauty.
I incorporate grotesque and demonic figures—almost as in a nightmare—reminiscent of Hieronymus Bosch. They function as counter-images that pierce the fragile surface of beauty and point to its flip side: decay, fear, desire, power.
Here, beauty is not celebrated as a harmonious whole, but as a fragile construct constantly threatened by its own shadows.
The “Beauties” series thus invites a dialectical perspective: it confronts us with the pleasure of beautiful appearances and, at the same time, with their dissolution; with the seductive power of the image and its destruction. Beauty is not presented neutrally, but as a terrain of conflict—between attraction and repulsion, tradition and the present, harmony and dissonance.
In short: These collages are not merely depictions of “beauty,” but stagings of its vulnerability, its construction, and its deconstruction.
Beauties 05, 2016, Acryl/Collage, 105 x 70cm
In diesem Bild kommt meine Liebe zur Schönheit der Parks und der Landschafts-Schönheiten überhaupt zum Ausdruck.
Die geometrischen Anlagen des Barockgartens erinnern mich immer daran, dass dieser mit seinen geometrischen Proportionen ein Abbild des Kosmos (und umgekehrt) ist. Doch Gott wohnt inzwischen nicht mehr im himmlischen Empyräum oder auf dem Olymp oder in einem imaginären paradiesischen Garten, sondern er weilt mitten unter uns – nach seinem Tode – im Irdischen Paradies, das wir besonders in der Moderne zu erreichen versuchen.
This image expresses my love for the beauty of parks and the beauty of the landscape in general.
The geometric layout of the Baroque garden always reminds me that, with its geometric proportions, it is a reflection of the cosmos (and vice versa). Yet God no longer dwells in the heavenly Empyrean or on Mount Olympus or in an imaginary paradisiacal garden, but resides among us—after his death—in the earthly paradise that we strive to attain, especially in the modern age.
Beauties 16, 2017, Acryl/Collage auf Dibond, 105 x 70cm
Diese Arbeit aus einer Serie von übermalten Collagen ist nach Gemälden, die dann wiederum übermalt wurden, entstanden. Bei genauerem Hinsehen kann man rechts oben noch die Vorderseite eines Rettungswagens im Einsatz erkennen, der unter den expressiv-pastosen Pinselstrichen fast ganz verschwindet.
Rettung durch Kunst? Oder gar durch Schönheit? Oder ist die Grenze zwischen schön und häßlich, – traditionell ausgedrückt zwischen gut und böse – unscharf, ja kaum vorhanden, so dass eins ins andere übergeht? In diesem Bild ist Vieles angedeutet, bleibt Vieles im Dunkeln, obwohl der Bildaufbau klar und überschaubar ist. Dieser Eindruck wird noch verstärkt durch die zwischen abstrakt-expressiver Malerei und Photographie, zwischen Analogem und Digitalem und zwischen Bild und Kopie oszillierende Bildwelt.
This work, part of a series of overpainted collages, was created based on paintings that were themselves subsequently overpainted. Upon closer inspection, one can still make out the front of an ambulance in action in the upper right corner, which is almost completely obscured by the expressive, impasto brushstrokes.
Salvation through art? Or even through beauty? Or is the boundary between beautiful and ugly—traditionally expressed as good and evil—blurred, indeed barely existent, so that one merges into the other? Much is hinted at in this painting, much remains in the dark, even though the composition is clear and straightforward. This impression is further reinforced by the visual world that oscillates between abstract-expressive painting and photography, between analog and digital, and between image and copy.